„Wir sind immer noch da!“

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übersetzt von modkraft.dk

Über tausend demonstranten markieren den Jahrestag für die Räumung des Ungdomshusets. Von Nørrebro und Christiania sind sie zu Konzert und Vokü zum Rathausplatz gekommen.

Die große Demonstration zwecks des 1-Jahres Tags für die Räumung des Ungdomshuset ist kurz vor 15 Uhr am Rathausplatz in Kopenhagen angekommen.

Hier wird es die nächsten Stunden Konzerte, Volksküche und Reden geben.

Modkrafts entsandten zufolge sind einige Demonstrationsteilnehmer festgenommen worden, als sie die Nørrebrogade entlang gingen. Sie wurden angeblich fest genommen, weil sie zwei in Zivil gekleidete Beamten angriffen. Modkrafts informationen zufolge dachten die Aktivisten, dass die Rede von Nazis war.

Die Polizei ist massiv vor Ort am Rathausplatz, wo nicht weniger als 5 Mannschaftswagen und drei große Holländerwagen den Eingang zum Rathaus bewachen.

Mark Knudsen/Monsun
Etwa tausend Demonstranten gedachten dem 1-Jahrestag für die Räumung des Ungdomshusets. Foto: Mark Knudsen/Monsun

Die Demonstration startete um die Mittagszeit bei der Nørrebrohalle und in Christiania. Die Kälte und der Regen des Morgens war kein gutes Zeichen, aber 10 Minuten vor dem Start kam die Sonne durch, und die Stimmung stieg um viele grade – und bekam noch einen schub aufwärts, als eine Punkband von einem Lautsprecherwagen aus spielte.

Nach einer Stunde bewegten sich die gut 1.000 Demonstranten mit DJ-Musik die Nørrebrogade entlang. Punker, schwarz-gekleidete, queers, hippies, clowns, junge und alte füllten die Nørrebroade, und machten das bunte Umfeld, welches zum Ungdomshuset gehörte sichtbar. In der Demo von Christiania wurden etwa 400 Teilnehmer gemeldet.

Zur Freude der Demonstranten wurde aus mehreren Wohnungen die auf der Demoroute liegen Konfetti und Ballons geworfen.

Martin Lindblom/Monsun
„Ungeren zurück nach Nørrebro“, lautet die Forderung von Symphatisanten aus einer Wohnung in der Nørrebrogade. Foto: Martin Lindblom/Monsun

Auf dem Nørrebros Runddel machte die Demonstration 30 Meter von dem alten Ungdomshus entfernt halt, wo jetzt ein dreckiger und öder Baugrund liegt.

– Jetzt ist es nur ein Loch, als wenn ein geisteskranker Zahnarzt einen gesunden Zahn mit einer Kneifzange entfernt hätte, hieß es u.A. in der Rede einer Frau aus der Gruppe Grauer Block, welche aus Aktivisten von „damals aus den 80´ern“ besteht.

Die Sprecherin beschrieb die Räumung als „genau Zurechtgelegt und infame Gewalt“, und unterstrich, dass sie über 100 millionen Kronen kostete und dass die Nachwirkungen weiterhin eine große Belastung für die Stadt sind.

Martin Lindblom/Monsun
Jeden einzelnen Donnerstag seit der Räumung wurde für ein neues Ungdomshus demonstriert. Foto: Martin Lindblom/Monsun

– Wir wissen aus der Geschichte, dass wenn man Leute in die Machtlosigkeit und Frustration hinaus wirft, dann werden sie beissen, lautete es mit einer Rede mit Hinweis zu sowohl den Besetzer-Unruhen in den 1980´ern unter Oberbürgermeister Egon Weidekamp (Sozialdemokraten) und der jetzigen Situation unter Ritt Bjerregaard.

– Sie glaubten, dass sie einen kleinen Fleck auf ihrem Anzug entfernen konnten, aber es zeigte sich, dass der Fleck nur größer und größer wurde, lautete die Zusammenfassung zu dem Jubeln der vielen Demonstranten.

Ein historischer Freiraum
Während Rauchbomben in verschiedenen Farben das Runddel in rauch eindeckten, durchging der Sprecher die Geschichte des Ungdomshusets von der Versammlungsstätte der Arbeiterklasse, wo sowohl Lenin, Rosa Luxemburg und Clara Zetkin reden gehalten haben, zur Punk- und Besetzer-Hochburg der 80´ern und 90´ern mit vielen persönlichen Erinnerungen für die meisten Anwesenden.

Mark Knudsen/Monsun
Der Ausdruch zwischen den Demonstranten reichte Weit, von Clowns auf Rollschuhen zu maskierten schwarz gekleideten. Foto: Mark Knudsen/Monsun

– Einer der ältesten Aktivisten im Haus schaffte es vor der Räumung Großvater zu werden, und sein Sohn war auch Aktivist im Haus. Drei Generationen, ein viertel Jahrhundert.

Was sonst noch so im laufe des Abends geschieht, ist ungewiss, aber die Pressegruppe des Ungdomshusets hat deutlich ausgedrückt, dass nix weiter von Seiten der Bewegung geplant ist. Viele drücken jedoch eine gewisse Erwartung dafür aus, dass „etwas spontanes“ im laufe des Abends passieren wird.

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