Ungdomshus-AktivistInnen planen Belagerung des Kopenhagener Rathauses

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21. januar

übersetzt von modkraft.dk

G13 hat überlebt. Festgefahrende Ungdomshusverhandlungen rufen eine neue zivile Ungehorsamkeits- Aktion namens „BlokR“(Wortspiel mit dän.“blokér“ dt.“blockieren“)auf den Plan, welche erneuten Druck auf PolitikerInnen ausüben soll.

Die Ungdomshusbewegung ist zurück mit einer neuen gross angelegten Aktion, welche auf zivilen Ungehorsam beruht.

Im Oktober 2007 verleitete die Massenaktion G13, die PolitikerInnen dazu erneutVerhandlungen um ein neues Ungdomshus aufzunehmen. Vor kurzem kam allerdings zum Ausdruck, dass zumindest die Szene ums Ungdomshus mit dem bisherigen Verlauf der Verhandlungen überhaupt gar nicht zufrieden ist: Ein neues Haus lässt auf sich warten, während der Jahrestag der Räumung des alten immer näher rückt.

Um erneuten Druck auf die PolitikerInnen auszuüben, lanciert die Ungdomshusbewegung jetzt G13 Teil II- eine Massenaktion, die auf dem Prinzip des zivilen Ungehorsams beruht. Wie der Name „BlokR“ schon andeutet, handelt es sich hierbei um eine Belagerung des Rathauses, bzw des Kopenhagener Stadtrates, welche darauf hinausläuft die PolitikerInnen nicht eher aus dem Rathaus zu lassen, bis sie eine Lösung für das Problem gefunden haben, welches sie vor Jahren selbst geschaffen haben.

 

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Next stop: Stadtrat
AktivistInnen drangen ohne Gewalt am 6.Oktober 2007 in das Gelände der Grøndalsvængeallé im Kopenhagener Nordwest Stadtteil ein. Jetzt ist das Rathaus das nächste Aktions-Ziel. Foto: Lars Michael.

Die Ungdomshusbewegung kann nicht auf die lange Bank geschoben werden
Laut Plan soll die Aktion am Donnerstag den 21.Februar stattfinden, wo der Stadtrat eine Konferenz bezüglich Ungdomshus abhält und wobei die letzte Chance besteht ein neues Haus noch vor dem 1. März, dem Jahrestag der Räumung zu finden, wo viele neue Strassenkämpfe befürchten, falls die Parteien nicht bis dahin eine Lösung gefunden haben.

– Wir befürchten, dass die Verhandlungen sonst dabei sind einzuschlafen, so Lars von BlokRs neu gegründeter Pressegruppe.

– Ziel der Aktion ist es, vor allem den PolitikerInnen zu zeigen, dass wir immer noch richtig viele sind, die für einen selbstverwalteten und autonomen Freiraum kämpfen. Uns kann mensch nicht einfach in einer kommunalen bürokratischen Akte verschwinden lassen.

Der Plan ist, dieselbe Strategie zu verwenden wie bei der G13 -Aktion im Herbst : Die AktivistInnen teilen sich in unterschiedliche Blöcke unter eigener Farbe. Jeder Block hat die Aufgabe ein Eingang zum Rathaus zu erreichen und diesen dann zu blockieren.

Die einzelnen Gruppen wählen selbst Konfrontationsniveau und eigene ausgeklügelte Strategien. Ähnlich wie am 6.Oktober soll die Aktion unter einem gemeinsamen übergeordneten Aktionskonsens stattfinden, welcher lautet: Konfrontation, aber keine Gewalt.

Die Pressegruppe lässt verlauten, dass auch aktiver Widerstand gegen eventuelle Versuche der Polizei die Blockaden zu verhindern oder gar aufzubrechen ausgeübt werden soll.

– Aktiver Widerstand in Form von zivilen Ungehorsam soll heissen, dass wir den Befehlen der Polizei nicht nachkommen werden und dass wir uns gegen Versuche die Blockaden aufzubrechen zur Wehr setzen, indem wir zurückschubsen und indem wir Schutzmassnahmen treffen, um die Belagerung aufrechtzuerhalten.

Er erzählt weiter, dass den PolitikerInnen der Rücken zugewendet werden wird, falls sie versuchen werden die Blockaden von innen zu durchbrechen.

– Die kommen erst raus, wenn die ein Haus gefunden haben, sagt er.

Kampf gegen die Bürokratie des Stadtrates, nicht gegen Demokratie
Ist es nicht antidemokratisch eine derartige Aktion gegen von der Bevölkerung gewählte PolitikerInnen zu machen? Versucht ihr nicht euren Willen aufzuzwingen, anstatt einen demokratischen Prozess abzuwarten?

– Weder können, noch wollen wir jemanden zu etwas zwingen. Wir möchten einfach auf Nummer sicher gehen, dass die PolitikerInnen ihr Versprechen einhalten. Die Aktion richtet sich nicht gegen die politschen Verhandlungen, an denen wir offen und demokratisch teilgenommen haben. Sie ist gegen die Bürokratie des Stadtrates gerichtet, welche dazu geführt hat, dass der bisherige Prozess ins Stocken geraten ist, antwort Lars.

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2 Antworten to “Ungdomshus-AktivistInnen planen Belagerung des Kopenhagener Rathauses”

  1. Immer weiter! Says:

    Genau! Stresst die Stadt solange, bis sie sich bewegt.
    Freiraum-Termin Berlin: 27.01.08, 19.30h, K19-Café
    VV zur Verteidigung unserer selbstorganisierten Räume. Großes Gründungstreffen am 27.1., dies soll dann auch monatlich fortgesetzt werden, um auf diesem Plenum über den weiteren Verlauf der Kampagne zu entscheiden. Macht euch Gedanken und bringt euch ein. One Struggle – One Fight! RigaerStr. Köpi etc werden alle verteidigt!

  2. Susanne isegal Says:

    Hallo,
    dieser Artikel gibt mir neue Hoffnung. Ich wünsche euch viel Glück und Erfolg.
    Tschüss!

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