Neues Ungdomshus rückt näher

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Übersetzt von zora und singuia
von modkraft.dk

Mit dem Abschluss der dänischen Parlamentswahlen sind die Verhandlungen um ein neues Ungdomshus in Kopenhagen wieder aufgenommen. Und der Tagespresse zufolge gik es stark voran – nicht zuletzt aufgrund von neuen Tönen von der Oberbürgermeisterin.

Die Verhandlungen um ein neues Ungdomshus in Kopenhagen schreiten allen Parteien in diesem Konflikt zufolge voran. Sowohl die Ungdomshus-Aktivisten, deren Anwalt Knud Foldschack und die Oberbürgermeisterin Ritt Bjerregaard (S) drücken Zufriedenheit über die Verhandlungen aus, und ein neues Ungdomshus sollte in einem Monat erlaubt werden, schreibt Politiken.dk.


„Etwas ist es wert dafür zu kämpfen“, stand es auf dem Jagtvej 69 geschrieben, bevor es am 1. März 2007 geräumt wurde. Seit dem haben die Aktivisten intensiv für ein neues Haus gekäpft – und vielleicht wird es jetzt glücken. Archivfoto: Lars Kamp Mortensen/Monsun

Ritt Bjerregaard erwartet, dass eine Abmachung vor dem letzten Treffen der Bürgerrepräsentation am Donnerstag den 13. Dezember getroffen werden könne.

An diesem Tag werden die Ungdomshusaktivisten ihre Donnerstagsdemonstration nr. 42 seit der Räumung des Jagtvej 69 abhalten, und es wird dieses mal zu einer Donnerstags-Lichtdemo aufgerufen.

„Wir drängen die Dunkelheit zurück, so dass die Politiker und Kopenhagen sehen können, dass wir immer noch das Ungdomshus haben wollen – und wir wollen es JETZT haben! Nehmt Freunde, Geliebte, Geschwister und Eltern mit zur Demo. Nehmt Leuchten, Fakkeln und andres mit, sodass es total verrückt wird. Alles was scheint, brennt, blinkt, glüht, leuchtet oder reflektiert kann gebraucht werden. Nichts ist zu klein – nichts ist zu groß“, lautet es in dem Aufruf der Organisatoren.

Die Vereinbarung soll zukunftsgesichert werden
Bei den Treffen zwischen den beiden Parteien dringt nicht viel an die Öffentlichkeit, aber den Verhandlern zufolge wird von beiden Seiten daran gearbeitet zu sichern, dass in Zukunft keine Uneinigkeiten darüber entstehen, was u.A. über den Betrieb des Hauses abgemacht wurde.

Genau solche Uneinigkeiten haben mit dazu beigetragen dass das Ungdomshus im Jagtvej 69 seinerzeit verkauft wurde und dann von einer rechtsorientierten christlichen Sekte übernommen wurde, welche dann letztendlich das Gebäude abriss.


Obwohl jetzt intensiv mit der Stadt verhandelt wird, wird die Kritik über die Stadtverwaltung und die harte Handhabung der Ungdomshusaktivisten von der Polizei nicht weniger. Dieses Werk ist neulich als Plakat und Aufkleber im großteil von Kopenhagen verteilt worden.

Für die Stadt geht es darum zu sichern, dass eine gesetzlich zu verteidigende Aufsicht mit dem neuen Ungdomshus geführt wird, und dass die geordneten Verhältnisse der Nachbarn des Hauses gesichert werden können. Ritt Bjerregaard zufolge hat grade die rücksicht auf die Nachbarn eine große bedeutung für die Plazierung des Ungdomshusets, aber sie weist ab, dass es bereits konkrete Vorschläge für eine neue Adresse gibt.

Genossen als „Aufpasser“
Eine der mehr komplizierten Themen während der Verhandlungen zwischen olitikerInnen und AktivistInnen war die Frage, wer und wie weit Aufsicht it dem neuen Haus geführt werden solle. Laut den AktivistInnen würde eine kommunale Aufsicht nämlich nicht dem unsch eines selbstverwalteten Freiraums entsprechen und zudem würde übermässige Kontrolle von Seiten der Stadt, gegenseitiges Misstrauen hervorrufen.

Die Stadt hingegen verwies auf die rechtliche Grundlage, nämlich dass die Stadt einer Aufsichtspflicht nachkommen müsse. Jedoch sieht es momentan ganz danach aus, als ob eine Lösung für diesen Konflikt gefunden wurde.
Es wird ein Fond extra zu diesem Zweck eingerichtet werden, der diese Aufgabe dann übernehmen wird. Vorsitzender des Fonds wird wohl wieder der Anwalt Knud Foldschack, der sich schon seit längerer Zeit mit ziemlich viel Engagement in die Verhandlungen einbringt, welche die Erhaltung des Ungdomshusets am Jagtvej 69 betrafen und auch jetzt, wo es darum geht einen neuen Ort für ein AZ zu finden.

Den letzten Pressemitteilungen zufolge sind die Formalitäten, welche die Stiftung des Fonds betreffen erledigt. Der Name „Fond Jagtvej 69“, unter dem auch schon im letzten Jahr versucht wurde das Gebäude am Jagtvej 69 käuflich zu erwerben wird beibehalten. Und obwohl die Adresse als solches nicht mehr existiere, ist der Name immer noch in aller Munde und deswegen wert beizubehalten, so Knud Foldschack zu dem Nachrichtenportal politiken.dk .

Ein Haus für alle?
Eine andere Sache, welche problematisch werden könnte, ist die Frage, wer denn überhaupt das Haus benutzen dürfe. Denn laut Gesetz steht ein von der Stadt gefördertes JZ grundsätzlich allen Jugendlichen in der Stadt zur Verfügung- ganz gleich welche politische Überzeugung diese haben.

Politiken.dk gegenüber äusserte ein Repräsentant der AktivistInnen jedoch, dass das Haus selbstverständlich nur für Leute offen sei, „welche zu den Grundsätzen des Hauses stehen bzw welche diese Grundsätze respektieren können.“

Gruppierungen mit anderen Ansichten, die das Haus für Veranstaltungen nutzen wollen, müssten sich dann erst beim Hausplenum,welches wie im früheren Ungdomshus die „oberste Instanz“ sein wird,vorstellen und deren Anliegen dann dort besprochen werden.

Neue Töne von Ritt
Die genaueren Verhandlungen um ein neues Haus begannen kurz nach G 13, welche die grösste Aktion zivilen Ungehorsams in der dänischen Geschichte darstellt. Hierbei versuchten tausende von AktivistInnen das alte leerstehende Wasserwerk an der Grøndalsvænge Allé 13 zu besetzen.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte die Oberbürgermeisterin einen Dialog mit den AktivistInnen verweigert, doch nun kommen vom Rathaus neue und auch radikalere Töne.

– Es ist meine Pflicht als Oberbürgermeisterin die Interessen der Stadt wahrzunehmen. Es kann nicht daher nicht im Interesse der Stadt sein, eine sture und unversöhnliche Haltung der Jugendkultur gegenüber zu zeigen, die
sich nun bemüht mit dem Stadtrat ins Gespräch zu kommen, so die „neue“ Ritt Bjerregaard.

Laut Politiken.dk meint die Oberbügermeisterin, dass es ebenso im Intersse der Stadt sei, dass eine Lösung für diesen Konflikt gefunden werde,»welche sowohl für die Stadt, als auch für die BenutzerInnen des früheren Ungdomshuset akzeptabel ist«.

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