G13: Opfer der Polizeigewalt gehen an die Öffentlichkeit

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Einige Opfer der gewalttätigen und brutalen Polizei-Aktion während der „G13“-Demonstration machten ihre Vorwürfe jetzt öffentlich. Darunter ist auch ein 14jähriges Mädchen, das von einer CS-Granate mitten ins Gesicht getroffen wurde.
Einige Opfer, die nach „G13“ offizielle Klagen gegen die Polizei erhoben hatten, machten dies jetzt auch öffentlich. Eine von ihnen, ein 14jähriges Mädchen, erlitt Verletzungen im Gesicht, Verbrennungen der Kopfhaut, ihr Haar brannte und sie war einige Minuten ohne Bewusstsein, nachdem sie von einer Tränengas-Granate mitten im Gesicht getroffen worden war. Sie wurde von gut vorbereiteten Aktivisten, die Gasmasken trugen, aus der Gaswolke herausgetragen. Andere Aktivisten berichten, das sie aufgrund von Verletzungen nicht schnell genug weg kamen, und von der Polizei für „Zielübungen“ mit den Tränengaswerfern benutzt wurden.
Bei einem Vorfall wurde ein Aktivist von einem Polizeibus gerammt, von sechs Polizisten zusammengetreten, sein Kopf wurde gegen den Bus geschlagen und dann, als er weitergehen wollte, von herbeirennenden Polizisten in den Bus verfrachtet.

Die meisten der Vorwürfe sind nicht neu, jedoch wird ihnen nur selten von den Gerichten Glauben geschenkt. Amnesty International hat einige Male am dänischen System öffentlich kritisiert, dass Teile der Polizei gegen andere Teile ermittelt, aber – nicht überraschend – mit keinem Ergebnis.

Keine Untersuchungen trotz der „Räumungs-Lüge“

Im April deckte die lokale Presse einige falsche Aussagen, die die Polizei im Zusammenhang mit der Räumung des UNGDOMSHUSET machte, auf. Es wurde eine Untersuchung versporchen, die jedoch jetzt fallengelassen wurde. .
Am ersten März stürmte die Polizei morgens geen 7 Uhr das UNGDOMSHUSET im Jagtvej 69 in Copenhagen. Etwa eine Stunde später hörte der Lärm den die Räumung verursachte, auf und Aktivisten wurden vom Haus weggetragen.
Der Presse gegenüber sagte die Polizei, dass die Räumung nur fünf Minuten gedauert hatte und die Aktivisten friedlich auf dem Boden gesessen hätten, um sich festnehmen zu lassen.
Im April griff die natioonale Presse die wahre Geschichte der Räumung auf und dokumentierte, dass die Polizei entgegen den Darstellungen „extrem brutal“ vorging, dass die Räumung etwa zehn mal länger, als von der Polizei behauptet, dauerte und das mindestens ein Aktivist im Haus schwere Verletzungen durch ein Schädeltrauma, das durch stumpfe Gegenstände entstand, erlitt. Nachdem der besagte Aktivist ins Krankenhaus gebracht worden war, behauptete die Polizei, er hätte auf das eingesetzte Tränengas
allergisch reagiert.
Polizeisprecher Per Larsen sagte, „Es muss eine Untersuchung geben, das ist sicher. Wir müssen diese Sache aufklären“.
Am Donnerstag, 25. Oktober liess der Oberstaatsanwalt die Untersuchung fallen. „Die Polizei hat unser Büro nicht gebeten, in diesem Fall zu ermitteln und wir sehen keinen Grund, eine Untersuchung einzuleiten“, sagte Bezirksstaatsanwältin Birgit Gammelgaard. Es gibt trotzdem eine Menge von genannten Quellen, darunter auch ein angesehener Journalist, der im Haus war. Diese Quellen bestreiten öffentlich fast jede Version der Polizei über die Geschehnisse.

Quelle: modkraft.dk („English Translation-Site„)

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Eine Antwort to “G13: Opfer der Polizeigewalt gehen an die Öffentlichkeit”

  1. Desillusionierter Zyniker Says:

    Das die Ermittlungen gegen die Polizei wegen nicht zu rechtfertigender Brutalität und sinnloser Gewalttaten an den Besetzern und Demonstranten eingestellt wurden, dürfte leider niemanden mehr überraschen. Strafverfahren gegen Polizeibeamte enden stets – egal wie berechtigt die vorangegangenen Strafanzeigen gewesen sein mögen – wie das Hornberger Schiessen!

    Der österreichische Schriftsteller Peter Handke hatte bereits 1969, nachdem er lange Zeit in Deutschland Prozesse nach Studentenunruhen beobachtet hatte, unter dem Titel “Die Tautologien der Justiz” einen Aufsatz verfasst, den ich Euch hiermit wärmstens empfehlen möchte. Ich zitiere die zwei – meiner Meinung nach – wichtigsten Stellen:

    Geraten Demonstranten und Polizisten zusammen, so kann das nach den Urteilsbegründungen, wohl für die Polizisten Schmerzen mit sich bringen, nicht aber für die Demonstranten. Mit diesen “befasst” man sich, sie “fallen hin” , “werden über den Zaun gezogen”, “werden am Oberarm genommen”, “von der Kanzel gezogen”, “an der Hand genommen und hinausgeführt”, “liegen plötzlich auf dem Boden”, “werden entfernt” , während die Polizisten “schmerzhaft hinfallen”, “schmerzhaft gegen das Schienbein getreten werden” und “in die Nierengegend getreten werden, was ihnen erhebliche Schmerzen bereitet, so daß sie sich anschliessend fünf Minuten hinsetzen müssen”.

    Aber das Beste kommt noch:

    Wenn aber, als Ausnahme, einmal Polizisten die Angeklagten sind, werden auch in dieser Rolle ihre Empfindungen und Gefühle sorgfältig aufgezählt: Die Polizisten seien in einer besonderen psychologischen Situation gewesen, sie hätten in der Nacht zuvor kaum geschlafen, viele ihrer Kollegen seien verletzt worden, dazu seien die beleidigenden Schmährufe der Demonstranten gekommen und der “besonders große Lärm unter dem überdachten Parkplatz …”

    Wie gesagt, diese Gedanken hatte Peter Handke vor fast vierzig Jahren verfasst! Und in diesen fast vierzig Jahren hat sich nichts geändert. Sei es ein ins Koma geprügelter Betrunkener oder ein an den Folgen sinnloser Gewaltanwendung bei der Festnahme verstorbener Hartz IV-Empfänger, mir ist kein Fall bekannt, wo eine “bei der Ausübung ihrer Pflichten” begangene, strafbare Gewalttat für Polizisten eine ernsthafte Konsequenz nach sich gezogen hätte.

    Freilich schmeckt mir das auch nicht, aber es ist eine traurige Tatsache.

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