Ungeren Update vom Wochenende(Quelle:modkraft.dk)

by

7.000-10.000 Teilnehmer an der lang angekündigten Grossdemonstration für Freiräume, Soli-Demo beim Vestre Fængsel(West-Gefängnis), Hausbesetzung in Charlottelund und brennende Container in Vesterbro/Kopenhagen sind nur einige der markanten Soliaktionen, die um den Monatstag der Räumung des Ungdomshusets stattfanden. Und auch ausserhalb von Kopenhagen und im Ausland werden die Soli-Aktionen fortgesetzt. 

 Von Ole Wugge Christiansen/Monsun

Auch einen Monat nach der Räumung des Ungdomshusets in Kopenhagen werden die Aktionen für selbstverwaltete Jugendzentren fortgesetzt. Die bisher grösste Soli-demo wurde am Samstag den 31. März bei strahlenden Sonnenschein abgehalten und zählte 7000-10000 Teilnehmer und involvierte politisch auch den Kampf um das bedrohte Christiania. Die Demo startete vom Carl Madsens Platz in Christiania und endete auf dem Enghave Platz in Vesterbro. Auf dem Weg dorthin wurde eine Pause auf dem Platz von Christiansborg, dem dänischen Regierungssitz, eingelegt. Hier wurden mehrere Reden gehalten, wobei die Regierung und der Rat der Stadt Kopenhagen für ihren Kampf gegen Freiräume aufs Schärfste kritisiert wurden.  Nach dem offiziellen Ende der Demo zog ein kleinerer Teil der Demonstration weiter zum Vestre Fængsel, wo immer noch ca 40 AktivistInnen in Gewahrsam sitzen. Dort wurde Krach gemacht, um zu zeigen, dass mensch diese nicht vergessen hat.   

Haftentlassungen, Einsprüche und Testungen vor dem „Højeste Ret“  (*entspricht in etwa dem Bundesverfasungsgericht)

Freitag, den 30 März wurden weitere 7 Gefangene der Unruhen von Anfang März nach ca 4 Wochen aus dem Gewahrsam entlassen. Gegen alle Freilassungen wurde juristische Beschwerde von Seiten der Polizei beim Østre Landsret eingelegt.  – Wenn die unseren Einspruch anerkennen, dürfen wir die ehemaligen Häftlinge erneut verhaften, so Laura Birk, die Polizeibevollmächtigte zur Tageszeitung Politiken.Freitag bewilligte  der Prozessausschuss in sechs Fälllen der Untersuchungshafthäftlingen eine Wiederaufnahme der Prozesse vor dem Obersten Gericht. Dieses geschah jedoch erst nach einer deutlichen Aufforderung von einer Gruppe der Verteidigung, die die Hörigkeit des Gerichtes gegenüber der Polizei auf schärfste kritisierte. Das Stadtgericht richtete sich vor allem in Bezug auf Verurteilungen und Inhaftierungen nach den Unruhen nach den Wünschen der Polizei.  

Brand in Vesterbro/Kopenhagen
Sonntag nacht wurden wieder neue Aktionen in Verbindung mit der Räumung gestartet.
In der Nacht von Sonntag auf Montag wurden in  Vesterbro Container direkt auf der Vesterbrogade angezündet. Desweiteren wurden die Scheiben eines 7/11 Kiosks zerschlagen und ein Supermarkt wurde mit einer gelben“ 69“  verziert.   Gleichzeitig wurde ein Transpi mit der Aufschrift  »Free our friends« von einem Balkon im vierten Stock aufgehängt.Diese Aktion löste den Alarm  des Kopenhagener Stadtmuseums aus, doch als die Polizei ankam, flüchteten die AktivistInnen in einen Hinterhof, wo sie verschwanden. Die Polizei setzte sogar Hunde ein, um die AktivistInnen aufzuspüren, allerdings vergeblich. 

Hausbesetzung in Charlottenlund/Kopenhagen
In Charlottenlund wurde Montag früh ein Haus von Jugendlichen besetzt. Die AktivistInnen brachen während der frühen Morgenstunden  in das Haus ein, doch die Besetzung wurde erst „offiziell“ als gegen 11 Uhr einige Tarnsparente aus den Fenstern gehängt wurden. Die Polizei nahm eine Anzeige kurz nach 12.00 entgegen und  baten kurz danach sechs Jugendliche darum den Ort wieder zu verlassen, wenn sie nicht verhaftet werden wollten. Dieser Aufforderung kamen die Jugendlichen nach und  entgingen so einer Festnahme-allerdings nicht ohne Anzeige wegen Hausfriedensbruch auf privaten Grundstück.

Kinder malen  69-Herzen
Etwa um die gleiche Zeit fand eine weniger spektakuläre Aktion auf dem Rådhuspladsen statt. Dort versammelte sich die Aktionsgruppe  ”Husets Børn” (Kinder des Hauses)mit ca 50 Kindern vor dem Rathaus und verschönerten die grauen Fliesen  mit Farbmalkreiden. Ein beliebtes Motiv waren Herzen mit der inzwischen legendären Zahl 69. Die Aktion sollte wie so viele andre darauf aufmerksam machen, dass ein neues selbstverwaltetes Ungdomshus dringend benötigt wird. 
 

Parkplatz der Vielfältigkeit in Århus
In  Århus hat eine Gruppe von AktivistInnnen, die betonen keine  unangepassten Jugendlichen zu sein, in der Nacht von zu Montag auch eine Aktion gestartet. Aus Protetst dagegen, dass es anscheinend keinen Platz für Menschen in der Gesellschaft gibt,die anders, innovativ und ein bisschen verrückt sind, wurden sich  Teile  des öffentlichen Raumes durch Bemalung angeeignet. »Teile die keiner besonders schön oder anziehend findet, eben so was wie  Parkplätze«, so die Gruppe in einer Aktionserklärung an die Öffentlichkeit.
„Wir nennen diesen Raum „Parkplatz der Vielfältigkeit“!!! Dieser bescheidene, aber malerische Protest, soll uns alle daran erinnern Vielfalt und Farben zu schätzen -ganz gleich, ob wir diese im ”Louisana”(Museum für moderne Kunst bei Kopenhagen) oder als persönlichen Ausdruck eines gepiercten Teenagers im Strassenbild, finden“, so die Gruppe.
Barcelona, Poznan und San Francisco
Auch im Ausland  werden die Aktionen und Happenings fürs Ungdomhuset und mehr Freiräume fortgesetzt.

Mitte der letzten Woche wurden in Barcelona ein Transparent in Solidarität mit  Kopenhagen und für das Recht ein Haus zu haben, so AktivistInnen in einem Brief an Modkraft.

 Samstag den 31. März wurde ein Transparent  in der Innenstadt Poznan in Polen aufgehängt mit der Aufschrift : ”Freiheit für die Gefangenen in Kopenhagen.  Schon früher in der Woche veröffentlichten ein Zusammenschluss von AnarchistInnen im nordwestlichen Polen eine Art Pamphlet für die globale Solidarität mit Ungdomshuset. Dieses wurde am Freitag in mehreren Städten bei den monatlichen Fahrraddemos der ”Kritischen Masse” verteilt. Originalflyer (polnisch) 

Auch in San Francisco fanden Demonstrationen statt.Es ist nicht genau bekannt, wann die Aktion stattfand, allerdings schrieben AktivistInnen an Modkraft.dk, dass diese vor dem dänischen Konsulat stattfand und dass dabei ein paar hundert Flyer ausgeteilt wurden.  

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: