Aktionen, Infos und Behördenskandale ums Ungdomshus(leider noch kein Bericht der letzten Demo)

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Kopenhagen 15/3 2007 Pressemitteilung

AktivistInnen mit Verbindungen zur Szene des früheren Ungdomshus haben heute früh ein „Extra“  produziert und als Beilage in die Gratiszeitungen im Hauptstadtgebiet hineingelegt.

Insgesamt wurden in 2000 Gratiszeitungen ein etwas anderes Infoblatt übers Ungdomshus und die Unruhen drumherum, als Beilage verteilt . Wir sind nicht der Meinung, dass die Presse objektiv und gerechtfertigt über die Ereignisse um die Räumung des Ungdomshus berichtet hat und haben uns deswegen dazu entschlossen die Sache in die eigene Hand zu nehmen. Die Medien haben den Einsatz der Polizei als grossen Erfolg dargestellt. Nach unserer Auffassung ging dieses auf Kosten der Berichterstattung über die Gesetzesüberschreitungen und Angriffe auf die allgemeine Rechtssicherheit von Seiten der Polizei. Darüber hinaus handelte   die Debatte mehr von Gewalt, Steinwürfen und Brand und nur in sehr geringen Masse wurden die wirklichen Ursachen, die hinter dieser gesellschaftlichen Aufruhr stecken, analysiert. Es waren viele andere, als nur „Autonome“ auf der Strasse um  Widerstand zu zeigen. Wir möchten hiermit der Presse helfen, ihren Lesern eine vielseitigere Darstellung der Sache zu vermitteln. Die AktivistInnen machen darauf aufmerksam, dass noch weitere Aufklärungsaktionen in der kommenden Woche folgen werden.

Grüsse Aktionsgruppe Oplysning69 bauGewerkschaft bestreitet drohungen gegen abrissarbeiter

Baugewerkschaft bestreitet Drohungen gegen Abrissarbeiter

Die Baugewerkschaftsvereinigng bezeichnet seine Kontrollierungen der Abrissarbeiten am Jagtvej 69 als ganz normale Gewerkschaftsarbeit

Von Ole Wugge Christiansen/Monsun

Der Vorsteher der Baugewerkschaften, Anders Olesen,  meint nicht, dass er ein doppeltes Spiel im Räumungs-und Abrisskonflikt des Ungdomhus spiele. Desweiteren bestätigt sein Stellvertreter Henrik Lippert, dass  die Kontrolle  der Abrissarbeiten ganz normale Aufgaben der Baugewerkschaften umfasse. Dies ging aus der letzten Ausgabe der »BS Nyhedsbrev«,(Gewerkschaftszeitung), die von der Baugewerkschaft in Kopenhagen herausgegeben wird Henrik Lippert bestreitet, dass er und eine Patrouille von den Baugewerkschaften einem Abrissarbeiter gedroht haben sollten, als Jagtvej 69 in Windeseile abgerissen wurde. Diesen Eindruck hätte mensch ansonsten, in einem Ausschnitt des Magazins TV Avisen auf DR1 vom  5. März bekommen können.

Auftakt weggeschnitten
Henrik Lippert lehnt ab, dass die Gewerschaften Leuten drohen, die gesetzliche Arbeit verrichten.
– Vor dem Ausschnitt  in TV Avisen hatte ich dem vermummten Mann meine Visistenkarte gegeben und ihm erklärt, warum wir dort seien und wir sprachen mit ihm 5 –10 Minuten. Aber das hatten die rausgeschnitten. Die Gewerkschaft war am Bauplatz gewesen, um zu überprüfen, ob der Abriss unter normalen Umständen stattfand.– Das ist ganz normale Gewerkschaftsarbeit, welche wir auch unter anderen Umständen durchgeführt hätten, wenn der Mann nicht maskiert gewesen und keine Polizei vor Ort gewesen wäre. Aber die Situation ist untypisch denn es ist nicht gewöhnlich, dass die Arbeiter Maskierung und Kapuzen tragen, so Henrik Lippert.Henrik Lippert bezeichnet es selbst als völlig wahnsinnig, dass den Firmen, die am Abriss beteiligt waren, die Autos abgebrannt  wurden und andere  Materialschäden erlitten. 

– Wir sagten bereits vor dem Konflikt, als sowohl gesamte Baugewerkschaft und Vorsteher für Bau-, Grund-und Umweltgewerkschaft , dass keiner unserer Mitglieder sich unter diesen Umständen auf diese Arbeit einlassen sollte. Es war doch ganz klar abzusehen, dass diese Situation daraus entstehen würde, so Henrik Lippert zu  BS Nyhedsbrev.
In derselben Ausgabe des Rundbriefes spricht sich Anders Olesen dagegen aus,  dass der krasse  Gegensatzt bezüglich seiner Funktion als vorstehendes Mitglied im Fond Jagtvej 69, die angeboten hatten das Haus für die Jugendlichen zu kaufen und seiner fachlichen Position in der Baugewerkschaft,  die sache beeinträchtigt hätten. Allerdings räumt er ein, dass die Öffentlichkeit es schwer habe, zwischen seiner Funktion als Gewerkschaftler und Mitglied des Fonds zu unterscheiden :

– Ich kann gut nachvollziehen, dass die Leute verwirrt sind. Doch sollte auch gesehen werden, dass wir mit dem Ziel eine friedliche Lösung des  Problem, nämlich dass den Jugendlichen der Verlust des Hauses drohte,  dort eingeschritten sind. Er sagt, dass das dasselbe Ziel bei der Sicherung der Bauarbeiter und der Umwelt verfolgt werde.

– Ich sitze im Fond als Gewerkschaftsvertreter , so Olesen und weist  damit darauf hin, dass die Gewerkschaft auch an anderen ”Fronten” sich für eine friedliche Lösung einsetzt, wie z.b in der Sache um Christiania. Fortsetzung folgt –neue IN

Fortsetzung folgt-Neue Aktionen fürs Ungdomshuset

Sowohl im In-als auch im Ausland setzen die Soliaktionen fürs frühere Ungdomshus fort.

Von Martin Lindblom/Monsun

AktivistInnen mit Verbindungen zur Socialistisk Ungdomsfront (SUF)[Sozialistische Jugendfront] führten am Mittwochmorgen das neustes Happening im Zusammenhang mit der Räumung durch.  Am Nørrebros Ronddell und  cirka 20 m von dem ehemaligen Ungdomshus entfernt, eröffneten die AktivistInnen einen neuen Freiraum, bestehend aus pinkfarbenen Möbeln, die den Bewohnern der Stadt zur freien Verfügung gestellt wurden.  »Es besteht dringender Bedarf an einem Raum in der Stadt, wo nicht auf Leute herabgesehen wird, die anders sind. Wo mensch nicht nach seinem Aussehen, seiner Hautfarbe, ob sie  einen Partner gleichen Geschlechts haben oder nach seinen Piercings beurteilt wird. Plätze und Orte, wo wir selber die Rahmenbestimmungen setzen!«, so die AktivistInnen in einer Pressemitteilung.  

Internationale Solidarität
Auch im Ausland setzen die Soliaktionen fürs Ungdomshuset fort.
Am 8. März, dem internationalen Kampftag der Frauen,verteilten AktivistInnen  Fahnen, Transparente und ähnliches in ganz Barcelona. »Jeder einzelne Stein, der entfrent worden ist, hat das gestärkt, was der Staat versucht zu unterdrücken«, schreiben die spanischen AktivistInnen , deren Aktion sich vor allem darauf bezieht, dass der Internationale Frauentag in dem jetzt abgerissenen Haus vor  mehr als 100 Jahren beschlossen worden war.  

In Deutschland gab es sowohl Aktionen, Demonstrationen und einige heftige Zusammenstösse mit der Polizei in der Verbindung mit der Räumung des Hauses. An derFassade des alternativen Kulturzentrums Rote Flora in Hamburg dominiert eine grosse  Solidaritätserklärung mit dem Ungdomshus weiterhin das äussere Erscheinungsbild.  

Stiller Protest in China
Sogar weit weg, in einem Land wie China haben Aktivisten über die Räumung protestiert. Dabei handelt es sich jedoch nicht um Chinesen, sondern um Dänen, die dort arbeiten. In einer Pressemitteilung schrieben »Jacob, Anders og Anders«, aus Tianjin:

„Es ist frustrierend am anderen Ende der Welt zu festzusitzen und nicht mit den anderen in Kopenhagen mitdemonstrieren zu können, wenn mensch in den Nachrichten sieht, dass sie was bewegen, besonders was die eigene Auffassung betrifft,  was am meisten bedeutet –das private Eigentumsrecht oder ein wertvolles Stück Kulturerbe. Das war der Gedanke. Doch die ca  8.000 km vom Jagtvej nach Huanhuzhong Road i Tianjin in China, sollten uns nicht daran hindern unsere Meinung zu äussern. Wir machten einen Spaziergang und begegneten einer Menge Unterstützung von der Lokalbevölkerung für uns verrückte Europäer, die ein Transparent und Kamera dabei hatten.  Wir wären sicher mit noch grösserer Freundlichkeit  unterstützt worden, wenn sie unsere Sache verstanden hätten! Es kann doch nicht einfach ein Haus mit den Bewohnern verkauft werden, um es abreissen zu lassen! Wir hoffen, dass der Aktivismus weiterleben wird. Das hier ist unser stiller Protest aus China.“  

Internationaler Tag gegen Polizeibrutalität
Donnerstag, den 15.März ist wieder zur Demonstration gegen die Räumung aufgerufen worden. Die Demo, die auf dem Blågårdsplads genau zwei Wochen nach der Räumung stattfindet, fällt zufällig , doch sehr symbolisch, auf den „Internationalen Tag gegen Polizeibrutalität“.
Die Klagen über das Verhalten der Polizei in Verbindung mit der Räumung und den Unruhen wachsen an und werden u.a. von Amnesty International und mehreren Oppositionsparteien unterstützt. Diese haben auch die Justizministerin Lene Espersen dazu aufgefordert, eine unparteische Untersuchung der Vorgehensweise der Polizei einzuleiten. Bisher hat die Justizministerin eine Untersuchung abgewiesen.  Das kommende Wochenende sind Demonstrationen angekündigt, sowie mehrere Happenings angekündigt. 

Massenfreilassung der Gefangenen  Massenfreilassungen  von seiten der Polize

Die Polizei hat 94 personen vorzeitig aus der Haft entlassen, die in Verbindung mit Unruhen und Strassenkämpfen in Nørrenbro nach der Räumung des Ungdomshus verhaftet worden. Die Hälfte der Verhafteten sitzt allerdings immer noch hinter Gittern. Von Martin Lindblom/MonsunDie Massenfreilassung geschah nach einem Urteil des  Østre Landsrets, was neun Gefangene am Montag aus der Haft entliess, mit der Begründung, dass nicht länger Gefahr für Unruhen auf Nørrebro bestehe und somit die Gefangene nicht mehr an derartigen Sachen teilnehmen könnten. Die meisten der Freigelassenen sind angeklagt aufgrund von Teilnahme an Versammlung und heftiger Störung der öffentlichen Ordnung und sind hauptsächlich im sogenannten ”Kneifzangenmanöver” der Polizei verhaftet worden, wobei auch die Katze und alles andere, was nicht niet-und nagelfest war, mitgenommen wurde.  Anschliessend wurden die Betroffenen für 14 Tage in Gewahrsam genommen, um nicht an weiteren Unruhen teilnehmen zu können. Dem Gericht nach zu urteilen, besteht dafür allerdings nicht länger die Gefahr.   

Enhedsliste in der Ungdomshus-Offensive  Enhedsliste in der UNgdomshus – offensive

Die Enhedsliste hat sich dazu bereit erklärt, eine Art Bote der UngdomshusAktivistInnen im Folketing zu sein.Die Partei fordet Organisationen und Einzelpersonen dazu auf, sich den Mitgliedern der Partei. als Sprachrohr im Parlament zu bedienen.

Von  Martin Lindblom/Monsun

– Wenn die Ministerin meint, dass kein Bedarf an einer Untersuchung der zweifelhaften juristischen Verhältnisse im Zusammenhang mit den Unruhen in der letzten Woche besteht, muss Enhedsliste eben die Fragen stellen.

 Die Parteisprecherin der Enhedsliste, Line Barfod, fordert Personen, die sich nicht gerecht  behandelt  gefühlt haben und die auch von den Behörden zurückgesetzt fühlen, sollen sich an die Partei wenden. Dann will Enhedsliste im Namen der einzelnen Betroffenen und Organisationen eine Antwort von Justizministerin einfordern.

– Wir haben als Politiker die Möglichkeit , Antworten von den Ministern einzufordern und das werden wir nun aktiv nutzen, so Line Barfod  zu dem Nachrichtendienst  Ritzau. 

Der eigene Vorschlag der Justizministerin
Die Aufforderung hierfür kommt als Folge der Weigerung der konservativen Justizministerin Lene Espersen eine unparteiische Untersuchung über das Verhalten der Polizei während der Unruhen in Nørrebro einzuleiten. Eigentlich folgt Enhedsliste damit nur der eigenen Aufforderung der Justizministerin. Zu dem Internetportal Politiken.dk sagte Lene Espersen:

– Politiker können im Folketing jederzeit Fragen stellen. Und diese werde ich als Justizministerin natürlich beantworten.Es ist ganz natürlich, dass ein derartig chaotischer und tumultartiger Verlauf einige Fragen mit sich bringt. Diesen werden wir selbstverständlich ernsthaft nachgehen.

 Die Forderung nach einer unparteiischen Untersuchung entstand nach der Anfrage von der Menschenrechtsorganisation Amnesty International. Obwohl Espersen eine Untersuche der Geschehnisse ablehnt, will Amnesty Antworten, auf deren Gesuche an die relevanten Behörden haben, wie Nationalpolizei, Nationalverteidiger, Kriminalrat und dem obersten Gericht.   

 Hier die Pressemitteilung der Enhedsliste 

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