Das ereignete sich von Montag (12.03)bis Mittwoch (15.03)

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Kein Ticker, aber dafür n Überblick über alle möglichen Aktionen und Happenings für ein neues Ungdomhus, die erst recht und trotz staatlicher Repression in den letzten Tagen stattgefunden haben Neue Supportaktionen fürs

Der Strom von neuen Unterstützungsinitiativen fürs Ungdomhus reisst nicht ab. Auf skrivforfristeder.dk kann mensch eine persönliche Nachtricht an die Oberbürgermeisterin Ritt Bjerregaard senden. Ausschlaggebend hierfür, war eine öffentlliche Mitteilung von ihr selbst und ihren Angestellten, dass sie versuchen würden, alle persönlichen Bescheide sowohl zu lesen, als auch beantworten. Die Initiative stellt ein Schreibformular zu Verfügung. Desweiteren bewirkte ein Bericht über diese in der Zeitung Politiken, dass mehrere hundert Briefe und ca 100 unterschriebene Faxe an Ritt gesendet wurden. Nun hofft die Initiative mit der Hilfe von Modkraft.dk auf weitere tausende von Mails.

mach dich selbst schlauer auf skrivforfristeder.dk

Setz dich fürs Ungdomshuset
In Vinstrup,(liegt zwischen Randers und Hadsund) auf Jütland haben AktivistInnen eine kleinere Sympathieaktion gestartet. Ein Sofa mit der Aufschrift »69« und »Værs’go at sidde. På denne sofa er der plads til alle«(Setz dich doch-auf diesem Sofa ist für alle Platz )ist –sowie Modkraft.dksehen kann –an mehreren Plätzen in der ländlichen Umgebung aufgestellt worden.

Sprachkenntnisse und 69-Botschaftswappen
Wer italienisch lesen und verstehen kann sollte sich den Hintergrundsartikel
»Punk e islamici, la crociata danese«, in der linksorientierten, überregionalen, italienischen tageszeitung Il Manifesto zu Gemüte führen, der von den Strassenkämpfen in Nørrebro und Ungdomshus allgemein handelt.

In Helsinki in Finnland lief bereits die vierte Soliaktion fürs Ungdomshuset vom Stapel. Samstag zog eine kleinere Demonstartion von ca 40 Teilnehmern an der dänischen Botschaft vorbei, deren Wappen weiss grundiert und mit einer 69 beschrieben war. Bereits früher in der Woche, besetzten ca 30 AktivistInnen den Eingang der Botschaft, der mit einem Kaufhaus geteilt wird. Die AktivistInnen verteilten Kekse an die Kunden und spielten Madness mit „Our House“ bis die Polizei nach einer halben Stunde eintraf. Danach ging die Party vor dem Kaufhaus noch ca 1 ½ Stunden weiter.

Letzte Neuigkeiten aus Kopenhagen: Kommunengebäude besetzt!
Die AktivistInnen wurden nach einer Stunde Besetzung von der Polizei entfernt. 14 von ihnen sind verhaftet und zur Wache in Bellahøj gefahren worden
In ihrer Pressemitteilung weisen die AktivistInnen darauf hin, dass sie Verbindungen zur Szene des früheren Ungdomshus’ am Jagtvej 69 haben. Das Gebäude gehört Københavns Ejendomme(Verwaltung für Eigentumswohnungen der Stadt Kopenhagen), das zu Kultur und Freiszeitverwaltung gehört und die, die leerstehenden Gebäude der Stadt Kopenhagen verwaltenDie Aktionsgruppe besteht aus 30 Jugendlichen und jungen Leuten aus Kopenhagen. Es ist ein 15 qm grosses Transparent aus dem Fenster gehängt worden mit dem Bild der Mäuse aus dem Kinderfilm Cirkeline und der Aufschrift »Plads til forskellighed – Ungdomshuse nu«(Platz fürs Anderssein –Ungdomshuse jetzt). Die AktivistInnen weigern sich das Gebäude zu verlassen, bevor sie ein Ungdomshus zr Verfügung gestellt bekommen. Allerdings betonen sie gleichzeitig, dass die ganze Aktion nicht gewaltätig sei.

Forderung nach einem Ungdomshus in Nørrebro
– Das Ungdomshus am Jagtvej 69 war ein einwandfrei funktionierendes und demokratisches Kulturzentrum, das von Tausenden von Kopenhagenern geschätzt und geliebt wurde. Jetzt haben die Politiker das Haus an eine christliche Sekte verkauft. Unser Kulturzentrum ist dem Erdboden gleich gemacht worden und wir haben keinen Platz mehr, wo wir alle die tollen Aktivitäten machen können, wofür wir vorher im Jagtvej 69 die Möglichkeiten zu hatten, so Jeppe von der Aktionsgruppe in einer Pressemitteilung.
– Wenn tausende von jungen Kopenhagenern auf die Strasse gehen und protestieren, nützt es nichts, dass die Politiker arrogant die Ursache des Problems ignorieren : Es wird ein selbstverwaltetes Jugendzentrum in Nørrebro dringend gebraucht. – Die Räumung des Jagtvejs 69 war Resultat einer politischen Flucht vor Verantwortung und zudem vieler Jahre vollkommen grössenwahnsinniger und eindimensionaler Kulturpolitik der Stadt Kopenhagens. Es wird nur die kommerzielle und elitäre Kultur beachtet, während die experimentierfreudige und mehr freie Kultur eingeschränkt und im Namen der Normalisierung immer mehr unterdrückt wird. Das kann einfach nicht sein, dass die Politiker mit 40 Mio Kr jährlich ein neues Opernhaus unterstützen, während man dem Wunsch tausender junger Kopenhagener nach einem Ungdomshus nicht entgegenkommen will, so Laura von der Aktionsgruppe.– Wir sind wütend und enttäuscht darüber, dass die Politiker unser Bedürfnis nach einem selbstverwalteten Jugendzentrum nicht anerkennen wollen. Wir wissen nicht wohin mit all unseren Aktivitäten und da nirgendwo Platz für uns ist, machen wir eben Party in einem kommunalen Gebäude, so Jeppe in der Pressemitteilung.

Übersetzung der Pressemitteilung (direkt übersetzt von der ursprünglichen Pressemitteilung der SUF, allerdings auch um einiges verkürzt)

Københavns Ejendomme besetzt! 30 Kopenhagener Jugendliche und junge Erwachsene sind heute nachmittag gegen halb drei in die Stadtverwaltung ’Københavns Ejendomme’ eingedrungen und haben das Gebäude für besetzt erklärt. Københavns Ejendomme, an der Gyldenløvesgade 15, ist ein eine Abteilung unter und innerhalb der Kultur-und Freizeitverwaltung, die ”die Gebäude der Stadt Kopenhagen verwalten und darüber hinaus neue und bessere Möglichkeiten zur Nutzung entwickeln ”(KE’s Internetseite).

(…)”Die Stadt Kopenhagen verfügt über eine menge Grundstücke in Nørrebro.Københavns Wir sind wütend und enttäuscht darüber, dass die Politiker unser Bedürfnis nach einem selbstverwaltetem Jugendzentrum nicht anerkennen wollen. Desweiteren wissen wir nicht wohin mit allen unseren Aktivitäten und deswegen machen wir Party im Gebäude der Kommune. Die Politiker müssen sich endllich ihrer Verantwortung stellen und anerkennen , dass ein akutes Bedürfnis nach einem selbstverwalteten Jugendzentrum vorherrscht und deswegen so schnell wie möglich eine neue Bleibe für Ungdomshus’ Aktivitäten finden. Wir weigern uns diesen Ort hier zu verlassen, bis wir ein neues Jugendzentrum bekommen haben. Die Vogel-Strauss –Methode der Politiker zieht nicht mehr, so Jeppe.Unten haben einige Leute Aufstellung mit einigen Transparenten bezogen. Die Aktion ist nicht gewaltätig und es werden Kuchen und Schokoküsse an die Angestellten verteilt. Wir wollen jetzt Jugendzentrum haben. Es soll dort genug Platz sein! Wir wollen selbst bestimmen können! Das Haus soll in Nørrebro liegen und wir wollen nie wieder verkauft werden können!


Astrid Vang Hansen Lokalgruppesekretær Socialistisk UngdomsFront Studiestræde 24, 3. 1455 København Khttp://www.ungdomsfront.dk

Soliaktion in Paris

Ein buntes Völkchen aus alten und jungen Hausbesetzern, AnarchistInnen, FeministInnen, seperatistischen Lesben und andereAktivitInnen aus dem linken Spektrum besetzten in Solidarität mit dem Ungdomshus, montagabends den Bürgersteig vor dem dänischen Kulturhaus in der Champs-Elysées in Paris. Die AktivistInnen ca eine Stunde lang Schlachtrufe und mitgbrachte Transparente und Flyer machten auf die letzten Geschehnisse in Kopenhagen aufmerksam. Angeblich wurde auch das Kulturhaus mit Schlachtrufen und Solidaritätsbekundngen „verschönert“, allerdings kann dieses nicht unmittelbar bestätigt werden.

„Gadeterapeuterne 69“ Jugendliche, die unter psychischen und traumatischen Nachwirkungen der letzten Unruhen in Kopenhagen leiden, wird nun Hilfe von einer Gruppe freiwilliger Therapeuten und Psychologen angeboten.

Von Ole Wugge Christiansen/MonsunD

Die Gruppe nennt sich Gadeterapeuterne 69(Strassentherapeuten 69) und bietet den betroffenen Jugendlichen Gespräche, Krisenbearbeitung und Ratgebung an. Die Therapeuten begründen ihre Initiative mit der Tatsache, dass viele ganz junge AktivistInnen verhaftet wurden und zu verhältnismässig heftigen Gefängnisstrafen verurteilt worden sind, davon einige unter 15 Jahren bis zu 27 Tagen in Untersuchungshaft . In einer Pressmitteilung schreibt die Gruppe, dass mehrere Zeugenaussagen der Jugendlichen nicht in die Gerichtsverhandlungen mit einbezogen worden sind und das in aller Eile gravierende juristische Fehler begangen wurden. Ein Teil der Jugendlichen sitzt deswegen völlig zu unrecht und getrennt von Familie und Freunden in Untersuchungshaft.Eine derartige Freiheitsberaubung ist ziemlich einschüchternd und kann physisch und psychisch lange Zeit tiefe Spuren bei den Betroffenen hinterlassen.

Heftige Nachwirkungen brauchen professionelle Hilfe

Gadeterapeuterne 69 warnen davor, dass die Erlebnisse sich direkt schädlich auf die psychische Gesundheit der Jugendlichen auswirken kann. » Bei vielen Jugendlichen ist das Risiko heftiger Nachwirkungen als Folge von Stress und Schockzustand sehr hoch. Daher wird eine professionelle Behandlung dringend benötigt. Als Psychologen und Therapeuten meinen wir, dass alle Menschen, die Situationen ausgesetzt sind, wo mit bleibenden psychischen Schäden als Folge zu rechnen ist, entsprechende Hilfe angeboten werden sollte«. Zudem schreiben die Therapeuten, dass die Jugendlichen keine Hilfe vom öffentlichen System angeboten bekommen hätten, um ihre Trauma, Schock oder Krise in diesem Zusammenhang bearbeiten zu können. Deswegen bietet die Gruppe freiwillig ihre Hilfe an. »aus freiwilligen Motiven und die Hilfe, die wie wir meinen, notwendig ist. Wir appellieren deswegen weiterhin daran, dass diese Aufgabe von den öffentlichen Systemen unterstützt wird.«

Hier die Pressemitteilung der Gadeterapeuterne 69

..und hier die Übersetzung :

Therapeuten- und Psychologengruppe bietet HIlfe für die gefangenen Kinder und Jugendliche von Den Unruhen in Nørrebro an Pressemitteilung Gadeterapeuterne 69. 12.marts 2007Ein Netzwerk von Therapeuten und Psychologen-mit dem Namen Gadeterapeuterne 69 bieten auf freiwilliger Basis Krisenhilfe an. Es werden Gesprächsmöglichkeiten, Bearbeitung von Krisen und Ratgebung für die Jugendlichen angeboten, die in die Unruhen verwickelt waren. Kinder und Jugendliche, die mehr oder weniger bewusst, in heftigen oder gefährlichen Situationen auf der Strasse und im Gefängnid geendet sind, sind nun mit Erlebnissen alleine gelassen, die sich direkt schädlich auf die deren psychische Gesundheit auswirken können. Viele Jugendliche riskieren heftige Nachwirkungen als Folge von Schock und Stress, was professioneller Behandlung bedarf. Als Psychologen und Therapeuten meinen wir, dass allen Menschen, die derartigen Situationen ausgesetzt werden, professionelle Hilfe angeboten werden sollte. Wir gründen diese Initiative, basierend auf den Erlebnissen, denen Kinder und ganz junge Erwachsene in diesem Prozess ausgesetzt wurden. Die Jugendlichen haben untereinander ein sehr starkes Netzwerk, wodurch sie durch ihren Zusammenhalt und gemeinsamen Träume unterstützt werden. Unsere primäre Rolle ist es den Jugendliche mit Rat zur Seite zu stehen, die unter gewaltigen Folgeerscheinungen leiden und die nicht innerhalb des eigenen Netzwerkes geheilt werden können und deswegen spezieller Hilfe bedürfen. Wir möchten durch Strasseninitiativen und in Zusammenarbeit mit den betroffenen Jugendlichen, einen Rahmen für die notwendige Bearbeitung in Form von individuellen und Gruppen –Gesprächen setzten. Es ist das erste Mal, dass so viele ganz junge Jugendliche verhaftet worden und zu derartig langer Untersuchungshaft verurteilt worden sind, die teilweise 15jährige Jugendliche mit bis zu 27 Tagen betreffen. Mehrere Aussagen der Jugendlichen wurden erst gar nicht zur Kenntnis genommen und in aller Eile wurden zudem gravierende juristische Fehler begangen. Eine derartige Freiheitsberaubung ist ziemlich einschüchternd und kann tiefe Spuren, psychisch und physisch, auf lange Zeit danach hinterlassen.Die Gruppe der Jugendliche ist ziemlich breit gefächert, da sie aus verschieden Schichten, Regionen und Orten aus dem ganzen Land kommen. Viele der Jugendlichen haben vorher noch nie an politischen Demonstrationen mit gewaltätigen Konfrontationen mit der Polizei teilgenommen. Desweiteren sind sie in eine aussätzige Position gesetzt worden, wobei sie als Exponenten latenter , sozialer Unruhen dargestellt werden. Gleichzeitig dienen sie somit als Aushängschild für die Wut und den Hass anderer Individuen und Gruppen, was die Jugendlichen als Gruppe und Individuen in eine verletzliche, unter Druck gesetzte und gefährliche Lage bringt. Die Anwälte der Verteidigung kritisieren die Behandlung der Jugendlichen von Seiten des Rechtssystems. Amnesty International spricht von einem Bruch der UN-Kinder-Konventionen. Forscher in der Konfliktforschung haben die Stadt Kopenhagen aufgefordert, den weiteren Dialog mit den Jugendlichen zu suchen.Da den Jugendlichen von öffentlicher Seite in diesem Zusammenhang keinerlei Hilfe zur Überwindung der Krisen, Schock, und Trauma angeboten wird, bieten wir freiwillige Hilfe an und zwar die Hilfe, die in dieser Situation notwendig ist. Wir appellieren weiterhin daran, dass diese Aufgabe von den öffentlichen Systeme unterstützt werden soll. Die Jugendlichen bedürfen eines Angebots der notwendigen Hilfe, die benötigt wird, um die potenziell schweren traumatischen Erlebnisse verarbeiten zu können und somit langwierigen Nachwirkungen in der Zukunft entgegenzuwirken. Kontakt: gadeterapeuterne69@hotmail.com Weitere Infos auf der Internetseite, die vorläufig unter folgender Adresse abzurufen ist : http://gadeterapeuterne.web17.dandomain.dk .Später in der Woche können wir unter www.gadeterapeuterne69.dk erreicht werden.

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Eine Antwort to “Das ereignete sich von Montag (12.03)bis Mittwoch (15.03)”

  1. c`est moi Says:

    hi,
    es wäre richtig schick, wenn ihr in der übersetzung das wort „Negerkuss“ durch „Schokokuss“ o.ä. ersetzt. „Neger“ geht gar nicht!

    Ansonsten: ihr seid super! danke für die umfangreiche berichterstattung, die übersetzungen und den ganzen rest
    solidarische grüße
    k

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