10. marts : Neueste Neuigkeiten vom Ungdomshus

by

/zora

Reclaim am Forum

Ein paar hundert Leute trafen sich am Freitagabend gegen 23.00 am Forum in Frederiksberg, um eine Reclaim the Streets Fete zu feiern. Die Polizei war mit deutlicher Überpräsenz vorhanden und kesselte die Party ein, während ein Hubschrauber das Ganze von oben überwachte. Das Fest entwickelte sich zu einer Solidemo für die Gefangenen und zog daher in Richtung Vestre Fængsel, um dort wieder Krach zu machen. Den Teilnehmern zufolge, zeigte die Polizei absolute Nulltoleranz und verhaftete auf dem Weg dorthin mindestens vier Personen .

Danach versammelte sich eine kleinere Gruppe für mehrere Stunden auf dem Ground 69.

Insgesamt wurden im Lauf der Nacht wieder 12 Personen verhafttet.Die meisten wegen Kleinigkeiten und eine Person , weil sie eine Flasche nach der Polizei geworfen hatte. Die Betroffenen wurden am Sonntagvormittag vor Gericht gestellt mit der Aussicht auf Untersuchungshaft.

Ausnahmezustand in zwei Stadtteilen
Die Polizei hat Nørrebro und Christianshavn zu Visitationsbereichen erklärt. Die Kopenhagener Polizei darf nun ohne begründeten Verdacht Leute auf der Strasse durchsuchen. Laut dr.dk soll dieses von 18.00 am Samstag den 10.März bis Montag den 19.00 März 7.00 morgens andauern.

Der Entschluss den Ausnahmezustand einzuführen, ist nach 19 Anklagen wegen unerlaubten Waffenbesitzes in Verbindung mit den Ausschreitungen nach der Räumung gefallen.

Der Kopenhagener Polizei zufolge, gibt es bereits zugelassene Berechtigungen im Paragraph 6, die die Einführung von diesem befürworten.

In Nørrebro ist die Stimmung momentan wegen dem Reclaim The Streets Fest am Forum angespannt.Der Stadtteil wird von einem tieffliegenden Hubschrauber und zudem von intensiven Polizeipatrouillen dominiert.

In der Blågårdsgade drang eine Einheit von Einsatzkräften in Kampfuniform vor ein paar Minuten in einen Treppenaufgang ein, da dort „Autonome“ „gestanden und geguckt“ haben sollten. Die Abteilung musste das Haus- welches ”Mehr Ungdomshuse” Banner im Fenster hängen hatte- jedoch unbefriedigt wieder verlassen. Ohne dass sie ne Razzia machen konnten bei der sie „verdächtige” Personen hätte „finden“ können.

Ungdomshus-Demonstration in Oslo
Eine unangemeldete Demonstration fand am Samstag in Oslo vor der dänischen Botschaft statt.

Die 50 Demonstranten trafen dort auf nicht weniger als 20 Polizeiwagen, die zur Botschaft rasten bei der Aussicht auf unangemeldeten Besuch der sogenannten ”Blitzer”(Blitz ist, ein selbstverwaltetes Jugendzentrum in Oslo, das lange und intensiv mit dem Ungeren zusammengearbeitet hatte) Die Demonstration dauerte eine halbe Stunde, wo unter anderem gerufen wurde »Riv ambassaden ned, Ungdomshus nu«(Reisst die Botschaft ab, Ungdomshus jetzt!)Der Zeitung Politiken zufolge, versprachen die Demonstranten, dass sie immer wieder kommen würden, bis es ein neues Ungdomshus in Kopenhagen gibt. In Kopenhagen wurden insgesamt zehn NorwegerInnen bei zwei verschiedenen Episoden verhaftet und bei der sogenannten Einreisekontrolle in Gewahrsam genommen.

Tausende demonstrierten fürs Ungdomshuset
An die 5.000 Demonstranten prägten das Stadtbild in einem vor Phantasie sprudelnden Aufzug. Rådhuspladsen war ein Hexenkessel aus Clowns, Jongleuren, Verkleideten, Schwarzgekleideten, Jungen, Alten, Familien mit Kindern, Punkern, bekannten Künstlern, Volxküche, Musik, Reden und vielem anderen. Die Schauspielerin Anne Marie Helger und RaggaStar Natasja sorgten während der Demo für Stimmung, die unter strahlender Sonne zum St Hans Torv in Nørrebro zog.

Doch obwohl, die Stimmung von Leichtigkeit und Phantasie geprägt war, wurde der Ernst der Lage nicht vergessen. ES wurde lautstark Unmut gegen die Politiker und Solidarität mit den Gefangenen geäussert. Unterwegs wurde die Demo von solidarischen Zurufen von den Anwohnern aus den umliegenden Wohnungen und vereinzelt wurde zur Freude der Menge auch mit Konfetti geworfen.

Die Polizei hatte in einem Grossaufgebot alle Seitenstrassen abgesperrt, doch alles verlief friedlich. Desweiteren hatte sie die Öffentlichkeit auf evtl angebliche Auschreitungen vorbereitet, da zur Demo über SMS Ketten aufgerufen wurde. Dem Polizeisprecher Flemming Steen Munch zufolge, nahmen an die 3.000 Leute an der Demo teil. Das war jedoch die gleiche Anzahl von Menschen, die laut Polizei an der wesentlich kleineren Demonstration am Donnerstag teilnahm.

Ein anderer Polizeisprecher , Lars Borg, sagte zu Modkraft.dk, dass die Polizei keine anderen Methoden als die eigene Erfahrung zur Verfügung hat, um die Grösse einer Versammlung schätzen zu können.

Später am Abend ist zu einer Demo und Fest am Forum und auf ”Ground 69“ aufgerufen.

Unterstützung von der kreativen Klasse
»Der Abriss des Ungdomshuset ist ein grosser Verlust für Kopenhagen«, so das Statement von einer Reihe Kopenhagener Journalisten, Filmregisseuren, creative directors, Eventmanagern, Künstlern und Verlegern, die sich selbst als »aktive kreative Kopenhagener« bezeichnen. Die Unterschreibenden betonen, dass sie keinerlei politische Verbindung zum Ungdomshus haben.

»Wir haben keinerlei Verbindung zu den Idealen der Autonomen, wir finden eigentlich, dass sie sich ein bisschen lächerlich aufführen, indem sie herumgehen und glauben dass die ganze Welt hinter ihnen her ist, anstatt das Leben kontruktiv zu gestalten.Darüber hinaus distanzieren wir uns äusserst von den Ausschreitungen«, schreibt die Gruppe, die dabei nicht nur Titel, Namen sondern auch Firmennamen dokumentiert.

Trotzdem verteidigen sie Ungdomshuset: »…wir fühlen uns sehr viel enger mit den Punkern vom Ungdomshuset verbunden, als mit den neu-religiösen Abtreibungsfanatikern und homophobischen Mitgliedern der Faderhus-Sekte.«. Sie schliessen mit : »Wir fordern alle Kopenhagener auf, insbesondere die mit kreativen und humoristischen Hintergrund, Unterstützung und Schutz fürs Ungdomshuset zu zeigen«.

Unterschrieben haben : Thomas Dalvang Fleurquin (Direktor, human office – copenhagen), Frederik Bjerregård (Chefredakteur, cover magazine), Tomas Barfod (Musiker, whomadewho), Jesper Elg (Gallerist, v-1 gallery), Henrik Vibskov (Designer, the company of henrik vibskov), Nanna Thylstrup (Journalist + dj), Rasmus Schack (Dj + producer + eventmager, mid week brakes), Andreas Rosforth-Johnsen (Preisgekrönter Dukumentarfilmer), Jens Skovgård (Dj + promotor, lækker lytter), Christian Bonke (Direktor, superstar records), Nis Sigurdsson (Künstler, grafischer Designer, escho.net), Malene Malling (Verlegerin, malling publications), Henrik Moltke (Journalist, dr + creative commons), Adam Hashemi (Film regisseur, bacon), Linn-Cecilie Hansen (Autorin), Sebastian Larsen (creative direktor, onesto mong), Mads Niklas Lerager (preistragender DJ tom collins), Dorit Weber (Masters in moderne kommunikation), Frederik lBille Brahe (Promotor, klub yohad) og Mads Nørgaard (Designer, mads nørgaard copenhagen).

Die Mitteilung der Gruppe ist keine Unterschriftensammlung –hier wird auf mangfoldighed.underskrifter.dk verwiesen – doch hat sie im letzten Augenlick doch noch geschafft , „relevante“ Kopenhagener für ihre Sache zu gewinnen:

Jakob Ilsøe (Dj + producer, dj jokke), Antoine Perret (Cafe manager, hotel skt petri), David Duchin (Art management, london), Jais Bredsted (Architekt), Jacob Wildschiødtz (creative director, MDD, NR2154), Fanny Stenberg (mdd arkitekt / artist, stockholm), Hannah Heilmann (Kuratorin + künstlerin, ingen frygt)
www.humanwebsite.com

Norwegische AktivistInnen an der Grenze abgewiesen
Ein Bus mit norwegischen DemonstrantInnen wurde gegen vier Uhr an der Grenze in Helsingør gestoppt. Der Bus wurde durchsucht und sämtliche Passagiere durchsucht und registriert. Fünf von ihnen wurden in Gewahrsam auf die Polizeiwache in Helsinngør mitgenommen. Die Polizei arbeitet im Augenblick daran, diese auszuweisen. Die Fünf sind schon als Teilnehmer an den Unruhen am 16.dez registriert worden und ihnen wurde deswegen der Zugang zum Land verweigert. Die anderen 24 bekamen die Erlaubnis weiter nach Kopenhagen zu fahren, wo sie an der heutigen Demo auf dem Rådhuspladsen um 15.00 teilnehmen werden.

Polizei: Wir wurden angegriffen
Den wachhabenden Mannschaften der Kopenhagener Polizei zufolge, wurde das Fest auf Ground 69 geräumt, weil das Feuer dort zu gross wurde. Da ein Patrouillefahrzeug, das mit den FestteilnehmerInnen „verhandeln“ wollte, von einem Stein getroffen wurde, wurde gegen 3.00 beschlossen den Grund zu räumen. 18 Personen wurden in diesem Zusammenhang verhaftet, davon 2-3 wegen Gewalt gegen die Staatsgewalt.

Insgesamt wurden 37 Personen im Lauf der Nacht wegen Sachbeschädigung, Grafitti, Verstoss gegen die öffentliche Ordnung und wegen Beamtenbeleidigung verhaftet.

5.05 Uhr
Die Polizei hält die Absperrung immer noch mit massiver Präsenz. Viele Leute sind nach und nach weggegangen. ES sind immer noch 50-100 Leute, die in drei Gruppen über das Nørrebrorondell verteilt herumstehen.Wütend über das geplatzte Trauerfest werden Schlachtrufe gegen die Polizei, gerufen. Eine einzelne Gruppe spielt auf Trommeln.

4.25 – Ground 69 geräumt
Die Polizei hat Freitagnacht eine friedliche Zusammenkunft von über 1000 Teilnehmern auf und vor dem Grundstück des Jagtvej 69 in Kopenhagen aufgelöst. Eine Quelle vor Ort beschrieb, dieses als völlig unbegründet.

Das ist reine Machtarroganz , so besagte Quelle über die Vorgehensweise der Polizei.

Die Polizei ist mit massiver Einsatzstärke vorhanden und hat den Jagtvej nun abgesperrt, so dass die Anwesenden in mehrere Gruppen getrennt sind . Desweiteren sind inzwischen mehrere Teilnehmer an der spontanen Trauerfeier .Es sind um die 20-30 Wannen und ein Polizeibus eingetroffen.

Die Absperrung fungiert als eine Art Wiederbesetzung der Polizei, da das Grundstück nur aus nackten Boden besteht

In der Nacht auf Samstag gegen 4.00 wurde das Fest aufgrund dem Hinweis auf illegale Versammlung und „im Namen der Königin“ dann aufgelöst.

Das ”Trauerbier” auf dem Grundstück hatte seit Freitagabend 22.00 angedauert. Es wurden vereinzelt Lagerfeuer angezündet und einzelne Ghettoblaster waren für Musik zuständig. ES waren so viele Leute dort, dass die Menge auch begann direkt auf der Strasse abzuhängen, so eine Quelle vor Ort.

 

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2 Antworten to “10. marts : Neueste Neuigkeiten vom Ungdomshus”

  1. Schlagzeuger-Karlsruhe Says:

    Solidarity-Report for the UNGDOMSHUSET from Squat „KTS“, Freiburg / Germany

    http://www.kts-freiburg.org

    Solidarity with Ungdomshuset!
    After a negative outcome of the court case concerning the autonomous centre Ungdomshuset, Jagtvej 69 in Copenhagen on August 28, 2006, the anarchist project is heavily threatened of eviction. A Christian fundamentalist sect, Faderhuset, bought the house. Wouldn’t it be ironical that a space that was used for 24 years to experiment autonomous culture, self – determination and emancipation shall be turned into a temple for brainwashed religious fanatics? We, the people and groups involved in the autonomous centre KTS in Freiburg/Germoney and the Wagenburg Schattenparker want to express our solidarity with Ungdomshuset and all people defending it, and of course with all squats, autonomous centres and Wagenburgen! All of us know that people trying to live alternative and anti – capitalist ways of life are under heavy attack by the state, by capitalism, fascism and all their repressive forces like cops, courts and the like. In summer 2006 we had an “D.I.Y. against the State” anarchist convention with the main goal to strengthen links between autonomous spaces all over Europe which was attended by several hundred international participants, and it was attacked by massive police violence and repression that lasted a whole week, with it’s top during a Reclaim the Streets party on July 29. This showed once again the authorities really do hate alternative culture and any kind of freedom apart from the freedom to consume whatever you want. Too many times we had to experience the destruction of autonomous spaces here in South-Germoney in the last years (in Karlsruhe, Heidelberg, Pforzheim, Stuttgart…), and wherever we look we find the same fucked up situation – sadly also in Denmark. We can NOT accept this nowhere! Many of us have been visiting Ungdomshuset in the past, be it just passing by, be it playing with their bands or enjoying the Ungdomshuset – festivals. It is a very important place in Northern Europe that no one would like to miss! We are looking forward to our next times coming to Copenhagen and find the same Ungdomshuset in the same place there, be it tomorrow or be it in many years! In times of destructive capitalism and all the resulting social and ecological problems we need autonomous spaces to organize libertarian ideas and resistance, to practice non-commercial culture and political discussion. A society that denies or destroys those spaces is an authoritarian society that has lost any right to call itself “free” or “democratic”! We demand from Faderhuset to officially give back the house to the activists, and to not even think of taking it from them! We demand from Copenhagen politicians to actively support any solution that will keep Ungdomshuset in its status quo demanded by the people and political groups who are using it! We want the Copenhagen authorities to stop any persecution of the people accused after the Reclaim the Streets party which was attacked by the police on Sept. 24 ! Solidarity with Ungdomshuset! Solidarity with the prisoners of the Reclaim the Streets party! Solidarity with all autonomous spaces worldwide! Ungdomshuset blir! Smash capitalism!

    Freiburg, Oct. 22, 2006 KTS Freiburg, Wagenburg Schattenparker, D.I.Y. against the State, Besetzt-Zeitung Redaktion Freiburg, Cine Rebelde

  2. fcaqc Says:

    Good site!!!

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