Ein… zwei… viele Ungdomshuse [update²]

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Heute war wahrlich ein historischer Tag für Kopenhagens vielfältige Jugend. Was als große Demo „für mehr Jugendzentren (Ungdomshuse)“ begann, endete in der Erfüllung des eigens geäußerten Wunsches. Noch ein Jugendzentrum wurde gerade im Nordwest-Viertel in gebrauch genommen, genauer gesagt ein großes Industriegebäude mit vielen Etagen am Dorotheavej 63. Die Polizei versuchte die Besetzung mit so gewaltsamen Mitteln wie Tränengas und Knüppelschlägen zu verhindern, jedoch trafen sie auf keinen Widerstand von den mehreren hundert Menschen die sich bloß den Initiativnehmern anschlossen und durch die Polizeisperrung durchbrachen.

Heute Abend ist also großes „Housewarming“ am Dorotheavej und auch Konzert im Ungdomshuset im Jagtvej. Die Demonstration vorher zeigte das es genug Tanzfreudige Menschen gibt um die alten Gebäude der Stadt zu füllen, und die Leute sind mit einem Haus offenbar noch nicht zufrieden gestellt.

Ob es das war, was die Polizei vor einigen Stunden einsah, als sie beschlossen die Leute im Dorotheavej in ruhe feiern zu lassen weiß man noch nicht, aber das Ergebnis waren eine menge glückliche Junge Menschen.

Ein Banner hing vom Haus runter: „Willkommen zum Haus – Jetzt haben wir 2!“. Dass die Wirklichkeit manchmal besser ist als die Phantasie, ist der heutige Tag wohl ein gutes Beispiel.

In einer Zeit in der viele Menschen den Kopf über die Situation um die mögliche Räumung des Ungdomshusets und dessen Konsequenzen haben hängen lassen, ist diese Art der Ereignisse ein wahrlich positiver Schub. Es wird Spannend zu sehen, wie schön das hässliche Industriegebäude werden kann.

Übersetzung des dänischen Indymedia Artikels – http://indymedia.dk/article/802

Heute morgen wurde das 2. Ungdomshus, die Villa Villekulla im Dorotheavej geräumt. Die Besetzer betonten „Wir verlassen das Haus nicht freiwillig, aber wir werden keine Gewalt einsetzen“. Während die Polizei dabei ist das Gebäude zu räumen sangen die Aktivisten lieder wie Pippi Langstrumpf. Als Ablenkungsmanöver hatten die Aktivisten Gemüse in den Treppenaufgang gehängt und Parolen geschrieben. Ein Aktivist meinte das würde ihnen wohl um die 20 Sekunden mehr Zeit geben, die Polizisten können einfach nicht dadurch gehen ohne anzuhalten und sich darüber zu wundern.

Auch die Firma dem das Gebäude gehört hat sich mittlerweile zu Wort gemeldet, sie hat bereits Handwerker zum Gebäude geschickt die eine erneute Besetzung unmöglich machen sollen.

Mittlerweile sollen fast alle bei der Besetzung festgenommenen wieder frei gelassen worden sein. Es wurden um die 90 Jugendliche bei der Räumung festgenommen.

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